Familienblog

Eltern sein heißt authentisch sein – der Blick in den Spiegel

Es gibt Unmengen an Erziehungsratgebern und in jedem lässt sich ein anderer Tipp zum Umgang mit dem eigenen Kind finden. Doch was ist richtig und was ist falsch? In jedem Artikel, auf jedem Blog kann ich etwas anderen lesen und soll mich nun als Eltern entscheiden was richtig und gut für mein Kind ist.

Eltern sind mit der Menge an Informationsflut, und was es alles an Ideen für die perfekte Erziehung gibt, manchmal restlos überfordert. Ratgeber können auf der einen Seite sehr gut sein, wenn ich mir Tipps, Ideen hole und ich mir dabei aber selbst treu bleibe sind sie ein tolles Hilfsmittel. Auf der anderen Seite verleiten sie auch dazu, das Gefühl als Eltern zu bekommen, dass es sich bei den Informationen um das Non-Plus-Ultra handelt. Ich empfehle meinen Eltern, welche sich bereits unglaublich viele Informationen angelesen haben und bei denen ich merke, dass sie nur noch mit dem Kopf erziehen alle Ratgeber wegzuwerfen. Was das Problem an Ratgebern ist? Eltern lesen, spielen gedanklich im Kopf durch, was denn bei ihrem Kind auf jeden Fall funktionieren könnte und sind dann häufig mit den Themen im Kopf so beschäftigt, dass sie vergessen auf das Wichtigste zu hören – auf ihre Intuition, ihr Bauchgefühl!
Eltern machen intuitiv unglaublich viel, unglaublich richtig und das ohne dafür einen wissenschaftlichen, fundierten Beweis zu haben. Eltern kennen ihre Kinder am Allerbesten, sie kennen sie in jeder Lebenslage. Eltern unterschätzen häufig die Wichtigkeit ihrer eignen Authentizität bei ihren Kindern. Authentisch sein ist hier ein Schlüsselwort. Wenn ich Konsequenzen androhe, die gar nicht zu mir passen und ich ohnehin nicht durchziehe, weil ich nicht hinter meiner eignen Aussage stehe, merkt das jedes Kind in jedem Alter, und weiß auch, dass es seine Eltern dann nicht ernst nehmen muss. Nehme ich mein Kind aber als einen gleichwertigen Menschen wahr, dem ich genau erklären kann, weshalb ich bestimmte Dinge oder Verhaltensweisen nicht akzeptieren oder auch nicht tolerieren kann, erfährt mein Kind viel von meiner eigenen Persönlichkeit, ich bin dazu gezwungen in den Spiegel zu schauen und mich selbst zu hinterfragen und dann mit meinem Kind in Kommunikation zu treten und das schafft Beziehung. Dabei geht es nicht darum alles auszudiskutieren, aber Platz für Fragen des Kindes zu lassen und bereit zu sein auch Antworten zu geben. Kinder halten ihren Eltern tagtäglich einen Spiegel vor, wir werden immer darauf hingewiesen uns selbst zu hinterfragen. Kinder ermöglichen uns dadurch, uns auf eine Art und Weise weiterzuentwickeln, die ich in meinem bisherigen Leben selbst so noch nie zuvor erlebt habe.
Liebe Eltern vertraut auf euch und euer Gefühl, bleibt authentisch, gesteht euch Fehler zu, denn auch so lernen eure Kinder, dass es gut ist ECHT zu sein!

Melanie Schütt

Sozialpädagogin (B.A.) Melanie Schütt

Melanie Schütt
Ich bin geboren und aufgewachsen in Heilbronn, der schönen Weinstadt am Neckar.
Seit 2012 bin ich mit meinem langjährigen Partner verheiratet, unsere Tochter kam im Mai 2014 auf die Welt.

Nach meinem Abitur leistete ich ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Wohlfahrtswerk Heilbronn.
Danach folgte das Studium der Sozialen Arbeit im dualen System der Dualen Hochschule Stuttgart, mit der Vertiefung Offene Kinder- Jugend- und Gemeinwesenarbeit mit Spezialisierung Interkulturelle Soziale Arbeit.
Während meines Studiums arbeitete ich unter anderem für die profamilia Singen.

In Konstanz arbeitete ich im Kinderkulturzentrum, in der Offenen Jugendarbeit und für eine längere Zeit in der Gemeinwesenarbeit des Treffpunkt Petershausen. Dort leitete ich unter anderem ein Sprachcafé für Frauen mit Migrationshintergrund. Die Arbeit mit den Frauen hat mein Interesse für die verschiedenen Kulturen und wie diese miteinander wirken, erweckt. Daraufhin absolvierte ich die Ausbildung zur interkulturellen Trainerin.

Im Bodenseekreis wechselte ich dann zur Jugendhilfe. Im Rahmen der synergieGbR begleitete ich Familien, welche Unterstützung wünschten, nach dem systemischen Beratungsansatz.
Diese Arbeit prägte mich sehr und brachte mir immer mehr ins Bewusstsein, wie wichtig eine ressourcenorientierte Haltung und Arbeitsweise ist. Der Glaube an die Fähigkeit jedes Menschen sich selbst und somit sein Lebenssystem weiterzuentwickeln und zu verändern, sind die Grundpfeiler meiner Arbeit.
Im Rahmen der synergieGbR machte ich die Weiterbildung in der systemischen Interaktionstherapie nach Michael Biene. Außerdem machte ich mich in einer internen Weiterbildung mit den Mottozielen nach Maja Storch vertraut.

Nach der Rückkehr vom Bodenseekreis zurück in meine Heimatstadt Heilbronn arbeitete ich beim Internationalen Bund, bei welchem ich für die BvB Reha Maßnahme zuständig war.

Qualifikationen

Studium der Sozialen Arbeit bei der Dualen Hochschule Stuttgart
mit berufsbezogener Praxis bei der Stadt Konstanz mit Abschluss als Sozialpädagogin (B.A.)

Weiterbildung “frühe Hilfen für Eltern” und LIEBE HABEN bei der profamilia Singen

Ausbildung zur Interkulturellen Trainerin zertifiziert nach dgikt in Göttingen

Weiterbildung in der Systemische Interaktionstherapie nach Michael Biene

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